Vorträge

Jeden ersten Freitag im Monat, 16 - 18 Uhr: Büchersprechstunde in der Eutiner Landesbibliothek

Kostenlose Begutachtung und Bewertung alter Bücher sowie Beratung in Restaurierungsfragen.
Mittwoch, 16.9.2020, 19:30 Uhr

Nationalsozialismus in Ostholstein – Schlaglichter auf eine Provinz am Beispiel von Eutin /
Ostholstein als Zufluchtsort nach dem Zweiten Weltkrieg

Doppelvortrag von Tomke Jordan, B.A., und Karoline Liebler, M.A. (Kiel)
im Rahmen der Reihe Besonderes (aus) Ostholstein - Beiträge zur Geschichte der Region. Vortragsreihe anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Kreises Ostholstein  

Veranstaltung der Eutiner Landesbibliothek und der Freunde der Eutiner Landesbibliothek
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt frei  

Tomke Jordan: Nationalsozialismus in Ostholstein – Schlaglichter auf eine Provinz am Beispiel von Eutin
Als vor 50 Jahren der Kreis Ostholstein gegründet wurde, geschah dies aus der Zusammenlegung der Kreise Oldenburg und Eutin. Letzterer kam wiederum erst 1937 im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes als ehemals oldenburgischer Landesteil Lübeck zur schleswig-holsteinischen Provinz. Der neue Kreis Eutin wurde in der gleichnamigen Stadt am 1. April 1937, einem „Tag höchster geschichtlicher Bedeutung“ für die „Hochburg der nationalsozialistischen Bewegung“, mit einem Staatsakt in die Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert, wie der Anzeiger für das Fürstentum Lübeck am 2. April 1937 berichtete. Neben dem Groß-Hamburg-Gesetz wird der Vortrag die Zuschreibung Eutins als „Hochburg“ des Nationalsozialismus wie auch die Stadt als Wirkungsstätte des „Eutiner Dichterkreises“ in den Blick nehmen und schlaglichtartig wesentliche Charakteristika der nationalsozialistischen Herrschaft in Eutin nachzeichnen. Um den Blick auch über die heutige Kreisstadt hinaus zu weiten, soll auch der Untergang der „Cap Arcona“ unmittelbar vor Kriegsende als wichtiger Teil nationalsozialistischer Geschichte in Ostholstein thematisiert werden.


Karoline Liebler: Ostholstein als Zufluchtsort nach dem Zweiten Weltkrieg
Schleswig-Holstein war während und nach dem Zweiten Weltkrieg eine der Hauptgegenden, in die Deutsche aus den Ostgebieten flohen. Auch der Raum des heutigen Kreises Ostholstein wurde zum Zufluchtsort für Geflüchtete. Von den insgesamt rund 1.600.000 Geflüchteten, die in den 1940er Jahren nach Schleswig-Holstein kamen, kamen in diesen Jahren rund 110.000 in die Altkreise Oldenburg in Holstein und Eutin. Damit lebten in den beiden Kreisen zeitweise mehr Geflüchtete, als Einheimische. Durch Umsiedlungsmaßnahmen, die ab 1948 begannen, senkte sich der Anteil bis 1950 wieder ab. Dennoch war der Anteil an Geflüchteten in beiden Kreisen auch im Vergleich zu anderen Kreisen in Schleswig-Holstein in diesem Jahr weiter relativ hoch. Es stellen sich einige Fragen, was die Situation für die Menschen vor Ort bedeutete. Wie waren die Lebensumstände? Wie das Verhältnis zwischen Einheimischen und Geflüchteten? Und wie prägte die Zuwanderung die Altkreise und Ostholstein bis heute? Diesen Fragen wird die Historikerin Karoline Liebler M.A. in ihrem Vortrag „Ostholstein als Zufluchtsort nach dem Zweiten Weltkrieg“ am 2. September 2020 nachgehen.

Sonnabend, 26.9.2020, 19:30 Uhr

Friederike Brun - Weltbürgerin in der Zeitenwende

Vortrag und Buchvorstellung mit
Dr. Kerstin Gräfin von Schwerin

Veranstaltung der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft und der Eutiner Landesbibliothek
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt 5 € - Mitglieder der Voß-Gesellschaft frei
Begrenzte Teilnehmerzahl - Anmeldung erforderlich! 

Die deutsch-dänische Schriftstellerin Friederike Brun, geb. Münter (1765-1835) gehört zu den vielgelesenen Reiseschriftstellerinnen der Zeit. Sie wuchs in einem protestantischen Pfarrhaushalt auf, der zugleich ein deutschsprachiger, intellektueller Mittelpunkt Kopenhagens war. Zu ihrem Bekannten- und Freundeskreis zählten namhafte Künstler und Intellektuelle in ganz Europa. Sie förderte Künstler, Bertel Thorvaldsen, Johann Ludwig Lund und manche andere. Zudem verstand sie sich als Kulturvermittlerin zwischen Skandinavien, Deutschland, Italien und der Schweiz. Ihre kunstkritischen Arbeiten leisteten wichtige Beiträge zu den Kunst- und Kulturdebatten ihrer Zeit. Ihre literarische Produktion umfasst neben autobiographischen Schriften und Reisebeschreibungen auch Gedichte. Friederike Brun verstand sich als Weltbürgerin; hierin fühlte sie sich mit Germaine de Staël verbunden, mit der sie befreundet war. Sie äußerte sich publizistisch zur politischen Situation Europas, verteidigte das Selbstbestimmungsrecht der Völker und trat für die Schaffung eines europäischen Gleichgewichts ein. 
Der Vortrag möchte diese intelligente, engagierte Frau vorstellen und einen Einblick geben in die Kultur- und Geistesgeschichte in der europäischen Umbruchzeit um 1800. Auch wird auf die Begegnung mit Johann Heinrich Voß eingegangen.
Frau Dr. Gräfin von Schwerin ist Literaturwissenschaftlerin, Vorsitzende der Robert Walser-Gesellschaft (Zürich) und Beisitzerin im Vorstand der Voß-Gesellschaft. Nach Ihrer Johann-Heinrich-Voß-Biografie (2013) ist 2019 ihre Biografie „Friederike Brun. Weltbürgerin in der Zeitenwende“ erschienen, die sie in diesem Abendvortrag vorstellen wird.

Der Vortragsabend wird von der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft und der Eutiner Landesbibliothek veranstaltet und findet unter Corona-Bedingungen mit reduzierter Zuhörerzahl und unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln statt. Eine Anmeldung (mit Angabe der Kontaktdaten) unter Tel. 04521-788 770 oder an info@lb-eutin.de ist zwingend erforderlich. Eintritt: 5 €, Mitglieder der Voß-Gesellschaft haben freien Eintritt.

Mittwoch, 30.9.2020, 19:30 Uhr

Der (Zeit-) Geist von Malente. Werden und Rezeption eines Fußballmythos /
Die Landräte der Kreise Eutin und Oldenburg im Spiegel der schleswig-holsteinischen Landratsgeschichte zwischen 1950 und 1970

Doppelvortrag von Laura Potzuweit, M.A., und Antonia Grage, M.Ed. (Kiel)
im Rahmen der Reihe Besonderes (aus) Ostholstein - Beiträge zur Geschichte der Region. Vortragsreihe anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Kreises Ostholstein  

Veranstaltung der Eutiner Landesbibliothek und der Freunde der Eutiner Landesbibliothek
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt frei  

Laura Potzuweit: Der (Zeit-)Geist von Malente. Werden und Rezeption eines Fußballmythos 
Mitten in der Unruhezeit rund um den Rücktritt von Willy Brandt, den Amtsantritt von Bundespräsident Walter Scheel und die Aktivitäten der RAF gewinnt Deutschland am 07. Juli 1974 in München gegen Holland mit 2:1 und ist nach 1954 zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister.
Am Beginn dieser fußballerischen Reise steht jedoch die Einquartierung in der Sportschule Malente in Ostholstein. In den spartanischen Zimmern entsteht schon in der Anfangsphase unter den Spielern ein Gefühl des Eingesperrtseins. Franz Beckenbauer wird sogar medienwirksam mit dem Satz „Wir werden hier wahnsinnig“ zitiert. Der Tiefpunkt scheint nach der 0:1-Niederlage gegen die Mannschaft der DDR in der Gruppenphase erreicht. Nach der Rückkehr vom verlorenen Spiel wird in der Küche in Malente der Mythos um Teamgeist und die Führungspersönlichkeit Franz Beckenbauer geboren. Nachträglich, erst einige Jahrzehnte später, wird diese Nacht zur Geburtsstunde des „Geistes von Malente“, der den Weltmeister-Titel am 07. Juli 1974 erst ermöglichte und Malentes Ruf als Sportort für die Zukunft manifestiert, sodass auch die Fußballnationalmannschaften 1990 und 1994 die Sportschule in Ostholstein als Unterkunft erwählten. Der Vortrag möchte jedoch nicht nur hinterfragen, ab wann und wie sich der Mythos „Malente“ konstruierte, sondern auch wie seine Langlebigkeit bis in unsere Zeit zustande kam.


Antonia Grage: Die Landräte der Kreise Eutin und Oldenburg m Spiegel der schleswig-holsteinischen Landratsgeschichte zwischen 1950 und 1970
Landrätinnen und Landräte in Schleswig-Holstein gehören untrennbar zur Geschichte ihrer Kreise – als Chefs der Kreisverwaltung verantworten und überblicken sie heute u. a. die praktische Umsetzung der politischen Beschlüsse der Kreistage. Ihr Rechtsstatus und Aufgabenrepertoire unterlagen seit der Einführung der Kreise 1867 in Schleswig-Holstein allerdings zahlreichen Veränderungen und auch der Landrat selbst – mit seinen biographischen, beruflichen und politischen Eigenschaften – war Teil veränderter Strukturen, neuer rechtlicher Anforderungen an das Amt und politisch-historischer Rahmenbedingungen.
Zwischen 1950 und 1970 gab es jeweils zwei Landräte in den Kreisen Eutin und Oldenburg, aus denen 1970 der heutige Kreis Ostholstein erwuchs. Die Karrieremuster der Landräte Tackmann und Ohmstede (beide Kreis Eutin) sowie Rohwedder und Schlitt (beide Kreis Oldenburg) sollen dargestellt und in den Kontext der schleswig-holsteinischen Landratsgeschichte im zeitlichen Rahmen von der Kreisordnung 1950 bis zur Kreisgebietsreform 1970 gestellt werden.

Mittwoch, 7.10.2020, 19:30 Uhr

Tümpel in der Arktis - wenn das Eis schmilzt

Vortrag von Prof. Dr. Natascha Oppelt (Universität Kiel, Institut für Geographie)

Veranstaltung der Universitätsgesellschaft Schleswig-Holstein, Sektion Eutin 
Eutiner Landesbibliothek, Schlossplatz 4
Eintritt: 5 €, Mitglieder der Universitätsgesellschaft frei

Wie bedenklich ist der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels? In Schleswig-Holstein liegen ausgedehnte Küstenregionen tiefer als der Meeresspiegel. Was tut man?

Mittwoch, 4.11.2020, 19:30 Uhr

Wir und die Anderen - religöse Toleranz zwischen Bekennen und Anerkennen

Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Rosenau (Universität Kiel, Institut für systematische Theologie)

Veranstaltung der Universitätsgesellschaft Schleswig-Holstein, Sektion Eutin 
Eutiner Landesbibliothek, Schlossplatz 4
Eintritt: 5 €, Mitglieder der Universitätsgesellschaft frei
Mittwoch, 9.12.2020, 19:30 Uhr

Die Entwicklung der Containerschifffahrt - Logistische Herausforderungen für die Häfen der Welt

Vortrag von Prof. Dr. Frank Meisel (Universität Kiel, Institut für Betriebswirtschaftslehre)

Veranstaltung der Universitätsgesellschaft Schleswig-Holstein, Sektion Eutin 
Eutiner Landesbibliothek, Schlossplatz 4
Eintritt: 5 €, Mitglieder der Universitätsgesellschaft frei

Die Frachtschiffe laden immer mehr Container, riesige Hochhäuser befahren die Meere. Hafeneinfahrten müssen vertieft, Kaianlagen erweitert werden. Gibt es bald nur noch Hochseehäfen? Was bedeutet dann der zusätzliche Verkehr von und zu diesen Häfen für die Infrastruktur?