Autographensammlung der Eutiner Landesbibliothek

Signatur:
Autogr. XXII.11
Gattung:
Brief
Verfasser/in:
Cramer, Johann Andreas [mutmaßlich]; Cramer, Carl Friedrich [mutmaßlich]
Entstehungsort:
Kiel
Datum:
Dezember 1780
Adressat/in:
Stolberg, Friederike Juliane zu [mutmaßlich]
beteiligt:
Stolberg, Friederike Juliane zu [Schreiber]; Stolberg-Stolberg, Magnus zu [behandelte Person]
Umfang:
1 S. Qu.-8°
––––––
Briefexzerpt a. d. Hand von Friederike Julie Marie Charlotte Stolberg. An Friederike (1759-1847) oder einen anderen Hinterbliebenen des bei einem Duell am 14. Dezember 1780 in Kiel ums Leben gekommenen Magnus Ernst Christian (geb. 1762)
Kommentar:
Johann Andreas Cramer war seit 1774 Theologieprofessor und Prokanzler der Universität Kiel, wo er 1781 das erste Lehrerseminar gründete. Mit Gellert und Klopstock befreundet, war Cramer auch literarisch tätig und gab etwa mit den Brüdern Johann Adolf und Johann Elias Schlegel die Zeitschrift "Neue Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes" (1744) heraus, die als "Bremer Beiträge" in die Literaturgeschichte eingingen. 1746/47 publizierte er das Wochenblatt "Der Schutzgeist", 1758-61 den "Nordischen Aufseher", in dem er u. a. neben Klopstock als literarischer Kritiker hervortrat. Weiters schrieb Cramer geistliche Oden, übersetzte Psalmen, war Verfasser zahlreicher pastoraler Schriften, lieferte moralisch-didaktische Beiträge in Zeitschriften und veröffentlichte 1782/83 seine "Sämtlichen Gedichte". - Sein Sohn Karl Friedrich war Professor für griechische und orientalische Sprachen sowie für Homiletik in Kiel, wurde jedoch 1794 als Anhänger der Französischen Revolution durch eine kgl. Resolution wegen monarchiefeindlicher Einstellung seines Amtes enthoben und aus der Stadt verwiesen. Er emigrierte mit seiner Familie nach Paris, eröffnete 1796 eine Buchhandlung und Druckerei und war daneben als Verleger und Schriftsteller tätig. Neben Übersetzungen deutscher und französischer Werke, mit denen er einen wichtigen Beitrag zur Kulturvermittlung zwischen beiden Ländern leistete, verfaßte er als Mitarbeiter des "Wandsbecker Bothen" lyrische und prosaische Beiträge. Zudem verfaßte er musikgeschichtliche Werke und betätigte sich als Reiseschriftsteller. Mit "Klopstock. In Fragmenten aus Briefen von Telow an Elisa" und "Klopstock. Er; und über ihn" schuf er die ersten größeren Arbeiten über seinen berühmten, von ihm so sehr verehrten Zeitgenossen.