Signatur: V i 4° 4
Kolb, Peter:
Caput Bonae Spei Hodiernum Das ist: Vollständige Beschreibung Des Africanischen Vorgebürges der Guten Hofnung. Worinnen in dreyen Theilen abgehandelt wird/ wie es heut zu Tage/ nach seiner Situation und Eigenschaft aussiehet; ingleichen was ein Natur-Forscher in den dreyen Reichen der Natur daselbst findet: Wie nicht weniger/ was die eigenen Einwohner die Hottentotten, vor seltsame Sitten und Gebräuche haben: Und endlich alles/ was die Europaeischen daselbst gestifteten Colonien anbetrift. Mit angefügter genugsamer Nachricht/ Wie es auf des Auctoris Hinein- und Heraus-Reise zugegangen; Auch was sich Zeit seiner langen Anwesenheit/ an diesem Vorgebürge merckwürdiges ereignet hat. Nebst noch vielen andern bißhero unbekandt-gewesenen Erzehlungen/ mit wahrhafter Feder ausführlich entworffen: auch mit nöhtigen Kupfern gezieret/ und mit einem doppelten Register versehen, von M. Peter Kolben/ Rectore zu Neustadt an der Aysch. Theil 1 - 3 (in 1 Bd.). - Nürnberg: bey Peter Conrad Monath 1719.
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Peter Kolb (1675-1726) stammte aus Oberfranken und studierte in Halle Mathematik, Astronomie und orientalische Sprachen. 1702 wurde er Sekretär und Hauslehrer bei Baron Bernhard Friedrich von Krosigk. Dieser schickte ihn 1704 zu astronomischen Beobachtungen ans Kap der Guten Hoffnung. Bis 1712 blieb Kolb in Südafrika, seit 1707 als Sekretär im Dienst der Niederländisch-Ostindischen Kompanie. 1711 wurde er Sekretär des Landdrosten von Stellenbosch und Drakenstein, »weiter binnenwärts scheint er nicht gelangt zu sein« (Henze). Wegen einer schweren Augenerkrankung musste er 1712 nach Deutschland zurückkehren, wo er 1718 Rektor der Lateinschule in Neustadt a.d. Aisch wurde.
Kolbs Reisebericht gliedert sich in drei Teile: eine landeskundlich-geographische Beschreibung des Kaplandes, eine ethnographische Beschreibung der Hottentotten, und eine Beschreibung der politischen und sozialen Verhältnisse in den europäischen Kolonien im südlichen Afrika. Die ethnographische Beschreibung der Hottentotten ist die detaillierteste und umfassendste ihrer Zeit, sie enthält u.a. ein Vokabular der Hottentottensprache. Viele von Kolbs Beobachtungen trafen auf Unglauben der Zeitgenossen, wurden von späteren Forschern aber bestätigt. Hier die erste Ausgabe. Das Werk wurde ins Niederländische (Naaukeurige en uitvoerige Beschryving van de Kaap de Goede Hoop, 1727) und ins Englische übersetzt (The Present State of the Cape of Good-Hope, 1731).
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Reiseorte: Afrika; Südafrika; Kap der Guten Hoffnung
Zugehörige Publikationen: