Signatur: Erd 613 Keg
Kegel, Johann Karl Ehrenfried:
Forschungsreise nach Kamtschatka. Reisen und Erlebnisse des Johann Karl Ehrenfried Kegel von 1841 bis 1847. Erstveröffentlichung eines verschollenen Manuskriptes des Johann Karl Ehrenfried Kegel. Hrsg. Werner F. Gülden. - Köln [u.a.]: Böhlau 1993. XIX, 440 S. Mit 7 Abbildungen u. 1 gef. Kartenbeilage.
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Der Agronom und Botaniker Johann Ehrenfried Kegel (1784-1863) gehört zu den »vergessenen Entdeckern«. Er reiste 1841-1846 im Auftrag des russischen Ministeriums für Domänenwirtschaft (was dem Landwirtschaftsministerium entspricht) durch West- und Ostsibirien nach Kamtschatka. Die strategische Wichtigkeit der pazifischen Halbinsel war erkannt worden, und der Staat war an einer landwirtschaftlichen Basis im Fernen Osten interessiert. Kegel sollte Anbaumöglichkeiten, Siedlungs- und Verwaltungsstrukturen sowie Möglichkeiten zum Bergbau erkunden. Er durchquerte Kamtschatka mehrfach. 1847 kehrte er nach St. Petersburg zurück. Seine Reisemanuskripte aus den Jahren 1841-1846 wurden zu Lebzeiten jedoch nicht publiziert. Für eine Veröffentlichung in Russland waren sie zu kritisch, denn Kegel sah ein Haupthindernis für die effektive agrarische Nutzung in den korrupten und gleichgültigen russischen Verwaltungsbehörden. Seine Aufzeichnungen, in denen die Landesnatur und auch die Lebensweise der Indigenen beschrieben wird, wurden von seinem Sohn Georg 1859 nach Deutschland gebracht, wo sie in Familienbesitz blieben. Die vorliegende Ausgabe ist die erste gedruckte Edition, angefertigt nach dem Originalmanuskript. Sie ist mit einem Anhang und Registern versehen, leider aber nicht kommentiert.
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Reiseorte: Russland; Sibirien; Sibirien (West); Sibirien (Ost); Halbinsel Kamtschatka; Irkutsk; Jakutien